Neuzugang auf vier Pfoten
Delfintherapie, Reittherapie, Therapie mit Bauernhoftieren – der Einsatz von Tieren in der Arbeit mit Patient:innen hat eine lange Tradition. Auf der Palliativstation des Universitätsklinikums Leipzig ist seit kurzem eine Hündin im Einsatz, die im September ihre Ausbildung zum Therapiehund begonnen hat.
Mila ist ein sechs Monate alter Mischling – halb Rhodesian Ridgeback, halb deutscher Boxer – mit kurzem, hellbraun glänzendem Fell und charakteristischer schwarzer Schnauze. Erst wenn man ihr die Hand hinhält, kommt sie, um „Hallo“ zu sagen. Mila habe ein gutes Gespür für Situationen, sagte Pfleger Matthias Krumpe. „Sie weiß genau, zu wem sie gehen kann und zu wem nicht.“ Das liege in der Natur der Sache, denn sowohl Boxer als auch Rhodesian Ridgebacks gelten als intelligente, familienfreundliche und loyale Begleiter, die Fremden gegenüber aber eher zurückhaltend sind.
Hauptfokus von Mila ist und bleibt aber die Arbeit mit den Patient:innen der Palliativstation. Hier sind der Möglichkeiten keine Grenzen gesetzt: Wer mag und dazu in der Lage ist, kann mit ihr spazieren gehen, sie streicheln oder einfach nur ihre Anwesenheit genießen. In der Folge schüttet der Körper Oxytocin aus, ein Hormon, das unter anderem dafür bekannt ist, Stress und Ängste zu reduzieren. „Das ist natürlich kein Ersatz für die Therapie, die unsere Patient:innen hier erhalten“, betonte Matthias Krumpe, „aber eine gute Unterstützung.“
Bis Mila tatsächlich als Therapiehund zum Einsatz kommt, wird es aber noch eine Weile dauern. Denn zunächst muss sie ihre Ausbildung absolvieren. Diese dauert rund ein halbes Jahr und wird individuell auf sie und ihr Herrchen zugeschnitten.