Molekulares Tumorboard des Leipziger Uniklinikums zunehmend nachgefragt

Die Expertise des Molekularen Tumorboards des Universitätsklinikums Leipzig (UKL) wird seit seiner Gründung im vergangenen Jahr zunehmend nachgefragt. Die gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Jena im Rahmen des Mitteldeutschen Krebszentrums (CCCG) betriebene Expertenkonferenz versucht auf Basis spezieller Marker im Erbgut von Tumoren patientenindividuelle Ideen für Therapien zu entwickeln. Davon profitieren insbesondere Patient:innen, für die es bisher kaum Therapiemöglichkeiten gegeben hat. Das Regionale Onkologische Netzwerk Leipzig stimmt ihr Fortbildungsangebot darauf ab.

Um der Bedeutung des Molekularen Tumorboards Rechnung zu tragen, richtete das „Regionale Onkologische Netzwerk Leipzig“, das frühere Tumorzentrum Leipzig, am 27. März 2024 zusammen mit der Kreisärztekammer eine Fortbildung zum Thema aus. Für Prof. Andreas Dietz, Sprecher des „Regionalen Onkologischen Netzwerks Leipzig“, kam der Erfolg des Molekularen Tumorboards (MTB) nicht von ungefähr: „Wenn irgendetwas gerade Fortschritte macht, dann ist es die molekulare Spezialdiagnostik von Tumoren“, sagt der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des UKL und Spezialist für Kopf-Hals-Onkologie. Dabei handelt es sich um einen tiefgehenden Blick in das Erbgut des befallenen Gewebes. Prof. Ulrich Hacker, Koordinator des MTB des UKL, und weitere Kolleg:innen identifizierten dabei bestimmte Mutationen und werteten sie mithilfe moderner Computertechnik aus. „Wir können mittlerweile hunderte von Mutationen in der Erbsubstanz des Tumorgewebes sequenzieren und aus denen, die nicht passen, weil sie falsch kombiniert sind, sogenannte Signaturen herstellen. Das ist komplex und sehr aufwändig, hilft uns aber, Tumore ein bisschen besser zu untergliedern“, ergänzte MTB-Koordinator Prof. Maximilian von Laffert vom Institut für Pathologie am UKL. Auf Basis dieser Untergliederung konnten Mediziner wie Prof. Dietz genauer differenzieren, um welche Art von Tumor es sich handelt, und in der Folge genauere Konzepte für deren Therapie entwickeln. „Das gibt uns die Chance, Menschen, die bisher nicht therapiert werden konnten, neue Formen der Behandlung anzubieten, die für sie die Rettung bedeuten können”, so Prof. Florian Lordick, Sprecher des Mitteldeutschen Krebszentrums (CCCG) am UKL.