„Massenanfall von Verletzten“: Medizinisches Personal am Universitätsklinikum Leipzig übt Versorgung vieler Verletzter
Angeblicher Verkehrsunfall mit zwei Bussen führt zu plötzlich hohem Patientenaufkommen / Auszubildende der Berufsfachschule spielen Businsassen / Echtbetrieb in UKL-Notfallaufnahme lief parallel ungehindert weiter
Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) hat es am Sonnabend, 20. Januar 2024, eine Übung zur Versorgung verletzter Patient:innen gegeben. Geübt wurde ein sogenannter „Massenanfall von Verletzten“ (MANV). Als Szenario diente ein vorgeblicher Verkehrsunfall mit zwei Linienbussen im Leipziger Stadtgebiet. Die „Verletzten“ wurden dabei von professionell geschminkten Auszubildenden der Medizinischen Berufsfachschule (MBFS) des UKL gespielt. Der Echtbetrieb in der Zentralen Notfallaufnahme lief unterdessen ungehindert weiter.
„Externe Schadensereignisse“, wie das gleichzeitige Auflaufen von Schwerverletzten, zu üben, ist Teil des „Krankenhaus-Alarm- und Einsatzplans“, wie ihn jedes Krankenhaus führen muss. Kurz nach 14 Uhr am Sonnabend, 20. Januar, erreichte das UKL die dramatische Nachricht, dass sich ganz in der Nähe ein schwerer Busunfall ereignet hat. Erste Schätzungen gingen von 50 Verletzten aus. Glücklicherweise handelte es sich nur um eine Übung des UKL, bei der 20 Patient:innen in rascher Reihenfolge per Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht wurden. Bei den Patient:innen handelte es sich um professionell geschminkte Darsteller:innen mit ganz unterschiedlichen Verletzungen, von Schürfwunden bis hin zu schweren inneren Blutungen.
Bei Eintreffen sind die Patient:innen von einem Team aus Ärzt:innen und Pflegekräften zunächst gesichtet worden, das heißt, je nach Art und Schwere der Verletzung zur entsprechenden Weiterbehandlung eingeteilt worden. Schwerverletzte kamen in den Schockraum, die Wunden nur Leichtverletzter wurden an anderer Stelle versorgt. Einige Patient:innen konnten das Krankenhaus unmittelbar wieder verlassen, andere wurden stationär aufgenommen, die schwersten Fälle kamen gleich den OP. Diese Patient:innen schnell voneinander zu unterscheiden, gilt als die besondere Herausforderung bei einem solchen Ereignis. Insgesamt 40 Mitarbeiter:innen waren aktiv an der Übung beteiligt. Die Notfall-Alarmierung per Telefon ist – als Übungsbestandteil – sogar bei insgesamt 650 Mitarbeiter:innen verschiedener UKL-Kliniken ausgelöst worden.
Beobachtet und anschließend ausgewertet wurden die Abläufe von auf diese Art Übungen spezialisierten Expert:innen des Berliner Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). In der Zentralen Notfallaufnahme wollte es das Szenario, dass das vermeintliche Unglück zum Zeitpunkt der echten Dienstübergabe von der Früh- auf die Spätschicht geschah.