Engagement für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung
Seit Ende 2023 ist die Klinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig Partnerklinik des bundesweiten Entwicklungsprojekts „Empowerment für Diversität − Allianz für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung“. Das Projekt ist für drei Jahre an der Charité – Universitätsmedizin Berlin angesiedelt und von der Stiftung Mercator gefördert.
„Gerade in Frauenkliniken erleben wir regelmäßig, dass einige unserer Patient:innen durchaus mit unterschiedlichen Hürden beim Zugang zu einer adäquaten Gesundheitsversorgung zu kämpfen haben“, begründet Prof. Bahriye Aktas, Direktorin der Klinik für Frauenheilkunde am Universitätsklinikum Leipzig ihr Engagement in diesem Projekt. Das läge an vielen Faktoren – Sprachbarrieren, Orientierungsschwierigkeiten in den Sektoren des deutschen Systems, fehlendem Versicherungsschutz bis hin zu möglicherweise diskriminierenden Tendenzen in den Strukturen. „Uns ist es wichtig, hier genau hinzuschauen und solche Hürden zu identifizieren, um diese abbauen zu können“, so die Gynäkologin. Ganz im Sinne gleicher Chancen für alle, unabhängig von Herkunft, Alter oder anderer Unterschiede. Das Projekt könne dazu beitragen, auch in anderen Kliniken Diversitätskompetenz auszubauen und zu integrieren. Das Thema soll frühzeitig in die Lehre aufgenommen und durch Fort-, Aus- und Weiterbildungen die Sensibilität gesteigert werden.
Die UKL-Frauenklinik ist an dieser Stelle bereits vorangegangen − 2020 wurde hier eine Muttersprachen-Sprechstunde eingerichtet, in der sich Frauen von Ärzt:innen behandeln lassen können, die außer Deutsch auch sechs verschiedene Muttersprachen von Englisch über Türkisch bis Arabisch sprechen. „Es hat sich allerdings gezeigt, dass dieses Angebot wenig angenommen wird – vermutlich, weil die Frauen davon gar nicht erfahren“, so Aktas.
Von der nun gestarteten Projektbeteiligung bei „Empowerment für Diversität − Allianz für Chancengleichheit in der Gesundheitsversorgung“ verspricht sich die Klinikdirektorin auch einen besseren Informationsfluss zwischen der Klinik einerseits und anderen Akteur:innen wie städtischen Institutionen und Vereinen andererseits. Daher sind in das Projekt auch so unterschiedliche Partner:innen eingebunden wie der Verein CABL e.V., der Migrant:innen-Beirat der Stadt Leipzig und die Antidiskriminierungsbeauftragte des UKL, um nur einige zu nennen.