Dritter „da Vinci“-OP-Roboter am Universitätsklinikum Leipzig in vollem Routineprogramm
Im April 2019 ging am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) der zweite „da Vinci“-Operationsroboter in Betrieb. Rund fünf Jahre später steht nun den Chirurg:innen der verschiedenen Fachdisziplinen ein weiterer hochmoderner maschineller Assistent zur Verfügung. Gut für die Patient:innen: Eine noch größere Anzahl an Eingriffen kann nun schonender und schneller durchgeführt werden.
Auch „da Vinci“ Nummer drei gehört zur neuesten Generation der OP-Roboter. Seit März 2024 ist er zu 100 Prozent in der Routinenutzung. Mehrere Disziplinen teilten sich die Maschine: Vor allem die Viszeralchirurgie, die Gynäkologie, die Kinderchirurgie, aber auch die Thoraxchirurgie nutzten den neuen OP-Roboter intensiv. Andere Disziplinen wie die Urologie, am UKL unter ihrem Leiter Prof. Jens-Uwe Stolzenburg Vorreiter bei roboter-assistierten OPs, verzeichneten bereits seit Jahren einen hohen Prozentsatz an Eingriffen, die durch den „da Vinci“ unterstützt wurden.
Vor allem komplexe Eingriffe würden von der Unterstützung des Roboters profitieren, sagte Prof. Seehofer, zum Beispiel bei komplexen Leber-OPs, aber auch bei chirurgischen Eingriffe an der Speiseröhre, am Enddarm, der Bauchspeicheldrüse oder dem Brustkorb. „Der Roboter ersetzt eben nicht nur konventionelle minimal-invasive Chirurgie, sondern auch teilweise die offene Chirurgie“, so Prof. Seehofer.
Ein OP-Roboter vereint viele Vorteile in sich. „Er arbeitet jedoch niemals allein“, betont Prof. Seehofer, „sondern übersetzt die Bewegungen der speziell geschulten Operateur:innen technisch perfekt mithilfe seiner vier Roboterarme, die in der Lage sind, unnötige menschliche Bewegungen herauszufiltern.“ Durch die Doppelkonsole können zwei Chirurg:innen gleichzeitig agieren, die Visualisierung ist viel besser und flexibler. „Die beweglichen Gelenke in den Instrumenten der Arme ermöglichen uns viel größere Freiheitsgrade“, sagt Chirurg Seehofer, „nähen geht zum Beispiel viel leichter und schneller als bei der konventionellen laparoskopischen Chirurgie.“ Für ihn liegen die Vorteile robotisch-assistierter Operationen für die Patient:innen klar auf der Hand: „Die Eingriffe werden schonender, Blutverluste werden geringer, die Liegezeiten nach einer OP werden kürzer“, fasst er zusammen.