70 Jahre Frühgeborenen­haus in Leipzig

Im März 1954 wurde am Leipziger Universitätsklinikum (UKL) das Frühgeborenenhaus errichtet – der Vorläufer der aktuellen „Abteilung für Neonatologie“, wo heutzutage selbst extremen Frühchen mit modernsten Methoden zum Start ins Leben geholfen werden kann.

„Der damalige Ordinarius für Kinderheilkunde an der Universität Leipzig und Direktor der Universitätskinderklinik Prof. Albrecht Peiper erreichte es, dass 1954 als erster Neubau nach dem 2. Weltkrieg am UKL das Frühgeborenenhaus errichtet und damit der hohe Stellenwert der Kinderfürsorge zum Ausdruck gebracht wurde“, blickte Prof. Christoph Vogtmann, Neonatologe im Ruhestand, zurück. Er gilt selbst als Wegbereiter einer modernen, patientenorientierten Frühgeborenen-Medizin in Leipzig. Vogtmann wurde 1969 erster hauptamtlicher Stationsarzt der neugegründeten Frühgeborenen-Intensivstation des damaligen UKL. 1972 etablierte er als einer der ersten in Deutschland Ost und West die nichtinvasive CPAP-Atemhilfe – noch heute die am häufigsten eingesetzte Atemtherapie in der Neonatologie.

Die Gründung des Frühgeborenenhauses sei, sagte Prof. Vogtmann, als Institutionalisierung der Neonatologie in Leipzig anzusehen, als Voraussetzung für ihre Weiterentwicklungen und Erfolge. Das Frühgeborenenhaus blieb im Sprachgebrauch noch lang bestehen. Am Anfang seien die Möglichkeiten für die Mediziner:innen sehr eingeschränkt gewesen, bestätigt auch Prof. Ulrich Thome, Leiter der Abteilung Neonatologie und der Nachfolger Vogtmanns in dieser Funktion. „Viele Frühchen haben es damals nicht geschafft“, sagt er.

Heute stehen den Expert:innen im Team von Prof. Thome viel mehr Möglichkeiten zur Verfügung, ein zu früh auf die Welt gekommenes Kind zu retten und einen guten Lebensstart zu ermöglichen. Darüber informierten er und weitere Referent:innen bei der Fachweiterbildung Anfang Juni. So ging es um die neuesten Aspekte der Ernährungstherapie sowie moderne Möglichkeiten bei der Behandlung von schwerem Lungenversagen.